Görlitz – eine Spurensuche

Eigentlich fand ich Görlitz aus zwei Gründen fotografisch sehr spannend: Einerseits wegen des Wandels von ruinösem Stadtbild zu „alter Schönheit“ einer Melange architektonischer Stilepochen von Spätgotik über Renaissance bis Barock und schließlich sogar Wohn- und Repräsentativ-Ensembles des Jugenstils (Gründerzeit so um 1900) … und andererseits ist Görlitz innerhalb der EU unterdessen eine Stadt in zwei Ländern, denn in der Euroregion Neiße (Grenzfluss zu Polen) ist die Brückenverbindung nach Zgorzelec eine Stadterweiterung von Polen nach Deutschland und umgekehrt.

Nun ja, das steht mir fotografisch vielleicht noch bevor, doch vorerst lautete das Motto für mich:

ENJOY TRISTESSE!

Ich verhing mich kaum 100 m von meinem abgestellten Auto an untergehender Architektur, die einen maroden Charme der Rückeroberung in sich trägt!

Ein kleiner Stadtteil, der offensichtlich dem Abriss preisgegeben wird und in wenigen Jahren in guter Lage durch hässlich-sterile Wohnkisten ersetzt werden könnte, hielt mich im Bann.

Kaum zu glauben, was es hier für herrliche Grundstücke und schöne Architektur gibt, wenn man die Fantasie mal renovieren lässt und gestalterisch vorausdenkt.

Nicht lang gesucht … und freie Garage gefunden.

Wohnen will so keiner, aber fotografisch erfreut diese üppige Formensprache – zumindest mich!

Als Kontrastdarstellung, hier der bereits rekonstruierte Altstadtkern, nahe des Untermarktes:

Sprung auf die polnische Seite, die geordnet mit angestrengter Gestaltungsmühe aufwartet.

Auf deutscher Uferseite ein aufgegebenes Fabrikgebäude der überholten Rundfunktechnik.

Straßenseitiger Blick auf dieses VEB Kondensatorwerk Görlitz, welches die 1950er Jahre wie im Film präsentiert. Das Görlitzer Lexikon zeigt Betriebsgeschichte auf.

Noch ist GÖRLITZ ein Projekt, also keine abgeschlossene Serie, sondern nur Fragment.

 

 

 

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